Freitag, 28. April 2017

Designer Edition ganz konkret

Es gibt im Netz mehrere Übersichten in Tabellenform, die die Fähigkeiten der einzelnen Silhouette Studio Versionen gegenüberstellen. Nur sind das abstrakte Stichworte, unter denen man sich nichts vorstellen kann.
Deshalb heute ein konkreter Überblick über die DE mit vielen Screenshots und ein paar zusätzliche Infos.


Mit den Bildern stelle ich euch ganz knapp die erweiterten Funktionen vor, die mit dem Upgrade freigeschaltet werden. Anschließend erfahrt ihr, wie ihr zur DE kommt. Vorher aber möchte ich den Nicht-Techies unter euch noch kurz ein paar Grundinfos über Upgrades an sich mitgeben. 

Grundwissen

In Basisversionen von Computerprogrammen sind manche Funktionen nicht verfügbar. Um sie verwenden zu können, muss man zusätzlich die Vollversion oder, wie beim Silhouette Studio, das Upgrade kaufen. Die Software, die ihr euch von Silhouette America herunterladet, enthält bereits alle Features von DE und BE. Nur sind sie gesperrt und ihr müsst einen Code eingeben, um sie freizuschalten. Dies nennt sich UpGRADE.
Das ist ähnlich wie bei einem Aufenthalt in einem Freizeithotel. Lediglich Übernachtung mit Frühstück ist das Basisangebot. Zum Wellnessbereich oder den Sportanlagen habt ihr keinen Zutritt. Ihr könnt aber einzelne Nutzungen dazubuchen (DE) oder "all inclusive" wählen (BE).
Ist auf der Silhouette Webseite ein neues UpDATE verfügbar, heißt das, dass im Programm an sich etwas ausgebessert wurde.
Beim Vergleich mit dem Hotel wäre das z.B. eine Teilrenovierung oder auch nur eine Neuaufteilung des Speisesaals. Alle Gäste haben etwas davon, es hat nichts damit zu tun, welches Paket man gebucht hat.

Zusatzfunktionen der Designer Edition

Ihr werdet gleich konkret sehen, es gibt zweierlei Arten von Zusatzfunktionen: Manche sind völlig neu, d.h. in der Basisversion nicht vorhanden, und andere sind Ergänzungen, d.h. man hat bei einem Werkzeug mehr Optionen als vorher.

SVG und PDF

DER Hauptgrund, warum Silhouette-Besitzer zur DE aufrüsten, ist, dass man dann die Dateiformate SVG und PDF öffnen kann.


Gekaufte Plottdateien, die nicht aus dem Silhouette Design Store sind, haben das SVG-Format. Dieses ist besser und zuverlässiger als DXF, das nicht alle Informationen zu Längen oder Farben transportiert. Auch viele Grafiken sind oft SVGs. PDF an sich ist kein Schneideformat, aber alle Infos werden mit gespeichert. Beim Öffnen eines solchen Dokuments übersetzt das Studio sozusagen die Angaben und generiert ene Schneidedatei. Man kann bei PDF aber auch "als Bild öffnen" oder so ähnlich auswählen. Dann hat man ein Abbild des Inhalts ohne Zugriff darauf, genauso wie bei jedem gewöhnlichen JPG. (Das reicht z.B. aus, wenn ein Füllmuster / ein Digipapier enthalten ist).

Werkzeuge

Hier eine Übersicht über die Funktionen bzw. Schaltflächen, die ganz neu dazukommen:


Ihr seht, die neuen Werkzeuge sind dazwischen reingepflanzt, das ist anfangs etwas ungewohnt.
Was ihr damit machen könnt, zeige ich euch jetzt kurz und knapp mit Hilfe der Screenshots. Die Beschreibungen von vorhandenen, aber nun erweiterten Funktionen sind da auch gleich mit dabei.

Strassschablonen



Ab der DE habt ihr die Möglichkeit, aus normalen Formen Schablonen für Strasssteine zu machen. Noch mehr Optionen dazu werden mit der BE freigeschaltet.

Lineal, Hilfslinien, Fadenkreuz



Die drei Features gibt es in der Basisversion gar nicht. Wer Punkte, Linien und Flächen exakt platzieren will, wird sich über diese Hilfsmittel freuen.
Die Ansicht derselben regelt ihr im Fenster "Raster", das entsprechend erweitert ist.

Rotationszentrum



Das Rotationszentrum ist der Kreismittelpunkt, um den ein Objekt gedreht wird. Ab der DE kann man ihn sichtbar machen und verschieben. Damit dreht sich das Objekt nicht mehr um sich selbst. Der Screenshot zeigt rechts ein Beispiel mit fünf gedrehten Kopien (Werkzeug im Duplizieren-Fenster).

Sketching



Ganz neu ist das Bearbeitungsfenster "Skizze". Damit könnt ihr jede Schneidevorlage in Kritzeleien, genannt "Doodles", verwandeln und diese vom Plotter zeichnen lassen. Die Beispiele zeigen Sketches aus gewöhnlichen Rechtecken und Ovalen und mit verschiedenen Rand- und Füllstilen, die man jeweils noch weiter anpassen kann.

Teilen/Scheren



Seltsam übersetzt ist dieses neue Werkzeug, weil hier gar nichts geteilt wird. Statt dessen kann man Objekte verzerren. Im Screenshot seht ihr dieselben Formen wie beim vorherigen Bild, nur dass sie nun senkrecht oder/und waagrecht verzogen sind.
Wozu braucht man das? Waagrechte "Scherung" wie beim oberen (ehemaligen) Rechteck ist. z.B. bei Schrift praktisch, die keine Kursiv-Option mit dabei hat. Mithilfe dieses Werkzeugs kann man sie trotzdem schräg stellen. Senkrechte und kombinierte Verzerrung bewirken einen perspektivischen Effekt, so dass eine Form aussieht, als sei sie nach hinten geneigt oder/und gedreht.

Schachtelung



Auch diese Funktion kommt mit der DE ganz neu hinzu. Wollt ihr eine große Form aus kleinen Objekten "nachbauen" (z.B. die Geburtstagszahlen aus Worten und Figuren), nimmt euch das Programm die mühselige Arbeit des Platzierens ab.

Eigene Füllmuster



Ab der DE könnt ihr der Auswahlliste von Füllmustern eigene hinzufügen (dazu müsst ihr die Grafiken im entsprechenden Ordner der Bibliothek ablegen).
Es ist bequemer als mit Drag&Drop, vergrößert aber auch die MB-Menge der Bibliothek.

Schatten



Diese neue Funktion ist nur bei Print&Cut sinnvoll, denk ich mal. Soll euer gedrucktes Motiv räumlicher wirken, könnt ihr im Studio Schatten erzeugen und anpassen.

Radierer



Ich gaube, es gibt niemanden mit Basisversion, der noch nie Programmabstürze wegen des Radierers gehabt hat. Am besten vergisst man ihn. Mit dem Upgrade soll er aber anscheinend besser funktionieren (ich hab's noch gar nicht getestet). Außerdem könnt ihr die Größe der Radierform verändern (s. Screenshot).

Messer



DIESE Erweiterung finde ich persönlich toll, vergesse aber immer noch zu oft, dass sie da ist. Schluss mit langweilig geraden Rändern oder mühseligen Workaround-Lösungen - mit der DE kommen sozusagen Konturscheren ins Programm. Abgebildet sind die Standardeinstellungen, aber jeder Messerstil lässt sich sowohl in der Höhe des Konturschnitts anpassen als auch in der Breite der Einzelform.

Pipette



Bereits in der Basisversion gibt es eine Farbpipette in der unteren Werkzeugleiste. Neu in der DE ist, dass außer Füllfarbe auch Linienstil und -farbe übernommen werden.
Der Screenshot zeigt in der oberen Hälfte ein ungefülltes Wort und daneben eine Fläche mit dickem blauem Rand und lila Füllfarbe. Durch einen einzigen Klick mit der Pipette werden alle 3 Formatierungen auch auf das Wort angewendet; das Ergebnis seht ihr in der unteren Hälfte.

Ebenen



Ebenen sind in der Grafikbearbeitung ein sehr hilfreiches Werkzeug. (Im Studio muss eine Datei wahrscheinlich sehr viele Einzelobjekte haben, damit die Aufteilung auf Ebenen eine Arbeitserleichterung ist? Ich habe sie bisher nicht gebraucht.)
Die Ebenenstruktur könnt ihr mit Hilfe einer Schaltfläche in der unteren Werkzeugleiste anzeigen lassen.

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Upgrades - wo und wie?

Der eigentliche Preis für die DE liegt bei rund 50 € und kann bei Silhouette America selbst oder lizenzierten deutschen Händlern erworben werden. Auf der Verkäuferplattform etsy aber bieten einige US-Shops das Upgrade für etwa die Hälfte an. Wie das sein kann? Keine Ahnung. Es ist aber wohl legal, und die gekauften Upgrades sind völlig in Ordnung.

Wie eingangs bereits erklärt, enthält das Silhouette Studio bereits alle Programmfunktionen. Mit dem Upgrade kauft ihr nur einen "Schlüssel" in Code-Form, um die Erweiterungen zu entsperren. Diesen bekommt ihr nach Bezahlung üblicherweise per E-Mail zugesandt. Im Studio selbst, unter dem Menü-Tab "Hilfe", findet ihr eine entsprechende Option, um diesen Code einzugeben. Beim nächsten Programmstart wird der Schlüssel aktiviert.
Ob das funktioniert hat, seht ihr einerseits an den neuen Schaltflächen, andererseits ganz oben im Rahmen des Programmfensters und auch im Menüpunkt "Über..." unter "Hilfe". Dort steht, welche Update-Version des Studios ihr habt, z.b. v3.8.108ssde. Die letzten beiden Buchstaben stehen für die Designer Edition. Fehlen sie, ist der Schlüssel deaktiviert.

Mit dem Upgrade-Schlüssel könnt ihr die DE übrigens auf bis zu 3 Computern gleichzeitig freischalten.

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Persönliches Fazit:

Wer viel mit fertigen Designs von anderen Quellen als dem Design Store arbeitet, der wünscht sich, dass das Programm SVGs öffnen kann.
Wer seine eigenen Dateien erstellt, genießt bestimmt manch Erweiterung in der DE.
Ob das Upgrade für euch persönlich wirklich sinnvoll ist, müsst ihr selber entscheiden. Ich hab 2 Jahre mit der Basisversion gearbeitet und alles so hinbekommen, wie ich es wollte.

 Anstatt der Designer Edition des Studios wäre grundsätzlich auch die Software "Sure Cuts A Lot 4" überlegenswert. Das geräteunabhängige Plotterprogramm kann SVGs öffnen und Dateien als solche exportieren, hat z.T. bessere Werkzeuge und - nicht zu verachten! - es funktioniert reibungslos. Software, die Geld kostet, sollte doch eigentlich keine Bugs haben und nicht zu Abstürzen neigen, oder?

EURE Meinungen und Erfahrungen sind sehr willkommen! Wie lauten eure Empfehlungen und Tipps? Ich freue mich über jeden Kommentar :)

Hilft eich mei Übersicht weider?

4 Kommentare :

  1. Liebe Sigrid, ganz, ganz SUPER ! Wenn das nicht weiterhilft, weiß ich auch nicht mehr. Ich bin ja der All INKLUSIVE Typ und da hast mir einiges gezeigt, was ich auch nicht wußte. Herzlichen Dank !

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  2. Hihi, all inclusive ist schon sehr angenehm ^_^ Vielen lieben Dank für dein überschwengliches Lob, Helga!

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  3. Ich lese deinen Blog sehr gerne und habe hier schon viel gelernt. Ich habe mir direkt zu Anfang die BE geholt, weil ich gerne alle Funktionen eines Programms nutze oder sagen wir mal besser, alle Funktionen gerne zur Verfügung habe. Genutzt hab ich sie noch lange nicht alle. :-))

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  4. Besser zu viel als zu wenig, das kenn ich auch :)
    Dankeschön für deinen Kommentar und hoffentlich noch viele hilfreiche Schmökerstunden hier auf Papierpotpourri!
    Farbenfrohe Grüße,
    Sigrid

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Dankeschön für deine Nachricht :-)
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