Freitag, 7. April 2017

Mach's bunt!

"Wie kann ich ein Umrissbild mehrfarbig plotten?"
Diese Frage möchte ich heute mit einer bebilderten Anleitung beantworten.

Es ist wirklich kein Hexenwerk, um im Silhouette Studio ein Umrissbild wie die Glocken im obigen Bild (Vorlage von openclipart) für mehrfarbiges Plotten aufzubereiten.
Habt ihr das Motiv als jpg, müsst ihr es erst nachzeichnen. Legt die Schneidedatei auf eine neue Arbeitsfläche, dann kann's losgehen. Ich erkläre anhand des Glockenbildes, wie ich vorgehe.


Links: Das Motiv enthält einige Teilflächen, welche aber nicht einzeln zugänglich sind. Sie sind zu einem "Pfad" verknüpft.
Rechts: Die Option "Verknüpften Pfad lösen" im Rechtsklick-Menü wandelt jede einzelne Schneidelinie in ein eigenständiges Objekt um.


Links: Die alleräußerste Schneidelinie ist bei solchen Umrissmotiven immer der Rand der kompletten Bildsilhouette. Diese möchte ich zur Seite legen.
Rechts: Die kleinere Form zwischen den beiden Glocken ist eigentlich ein Loch im Motiv und gehört auch zur Begrenzung der Gesamtsilhouette. Beides habe ich markiert.
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Mini-Exkurs: Verschwundene Löcher finden


Weil alle Elemente eigenständige Objekte sind, wird auch das "Loch" eingefärbt.
Links ist es nur aufgrund des Objektrahmens erahnbar, weil sich die Linienfarbe nicht von der Füllung abhebt.
In der Mitte kann man es sehen; Füllfarben und Transparenz deshalb besser so wählen, dass Schneidelinien trotzdem erkennbar sind.
Rechts ist das Loch wieder ein Loch geworden, die Mandelform wurde nicht eingefärbt. Dafür müssen beide Objekte zu einem Pfad verknüpft werden.
(Ob verknüpft oder nicht, das Plottergebnis ist dasselbe. Wichtig ist die Darstellung der Lücke nur für mich oder wenn das Motiv gedruckt werden soll.)
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Links: Den Hintergrund samt Loch habe ich zur Seite geschoben. Übrig ist nun das Innere des Motivs - die beiden Glockenflächen und mehrere Teile der Schleife.
Rechts: Weil der Außenumriss weg ist, tu ich mich leichter, die einzelnen Innenflächen zu markieren. Ich kann sie nun nach Belieben gruppieren, einfärben oder die Linienfarbe ändern. (Für den Plotter ist dies nicht notwendig, aber für mich ist es anschaulicher und praktischer.)


Links: Schleifen- und Glockenteile sind eingefärbt und gruppiert. Ich erkenne so gleich, was zusammengehört und durch die Gruppierung bleiben die Elemente zueinander richtig positioniert.
Rechts: Die Gesamtsilhouette ist nun wieder hinter Schleife und Glocken geschoben. So wäre das Motiv nun fertig für Print&Cut.


Die verschiedenfarbigen Teile bleiben durch Gruppierung oder Pfadverknüpfung hübsch beieinander. Ich kann sie nach Belieben auf der Arbeitsfläche umherschieben.

Damit mein Motiv bunt wird, plotte ich nacheinander die einzelnen Farben. Was ich grade nicht brauche, lege ich neben die Matte, denn alles außerhalb des Blattes wird nicht geschnitten. Oder ich stelle die Elemente, die der Plotter ignorieren soll, auf "nicht schneiden".


Zusammenfassung:
Pfad lösen ist das Geheimnis des Ganzen. Dann können alle Teile, die in derselben Farbe geschnitten werden sollen, markiert und gruppiert und eingefärbt werden.
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Sind Fragen offen geblieben? Gibt es etwas zu ergänzen? Ich freue mich auf Rückmeldung und wünsche farbenfrohe Plotterei, :-)

Treibt's ma's fei ja recht bunt, gell?

2 Kommentare :

  1. Klasse, bei dir ist immer alles so einfach und verständlich erklärt. Andere schreiben ganze Bücher darüber, und man kapiert trotzdem nichts

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  2. Vielen lieben Dank für das Kompliment, Helga! Ich bemüh mich weiterhin :)

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