Mittwoch, 2. Januar 2019

Studio: Modifizieren-Werkzeuge - Grundlagen

Die Studio-Werkzeuge im Fenster "Modifizieren" bieten tolle Möglichkeiten, Objekte zu bearbeiten.
Ich erkläre heute, wie die Tools grundsätzlich funktionieren und was es zu beachten gilt.

Lest bitte nicht nur theoretische Erklärungen, sondern testet die Funktionen unbedingt selber aus. So lernt und versteht ihr am Allerbesten.
Im Benutzerhandbuch zum Studio (zu finden im Hilfe-Menü) werden übrigens die Grundlagen erklärt. Manches ist dort allerdings recht abstrakt oder kurz beschrieben, deshalb bemühe ich mich in meinem Beitrag hier um mehr Anschaulichkeit.

Habt ihr schon Erfahrungen gesammelt, aber manchmal kommt was Andres raus als erwartet oder zwei Werkzeuge haben denselben Effekt und ihr wisst nicht, wo der Unterschied sein soll? Im nächsten Beitrag "Modifizieren-Werkzeuge - Erweitert" werde ich darauf eingehen.

Die Werkzeuge

Zunächst ein paar Illustrationen, denn Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Damit dürfte schon einiges klar werden. Wichtige Infos zu den einzelnen Tools findet ihr im Anschluss daran.

Bei allen 3 Beispielen sind die Ausgangsformen mit halbtransparenter Farbe gefüllt, damit die sich überlappenden Bereiche erkennbar sind. Die entstandenen Teilformen von "Teilen" und "Alle Subtrahieren" sind etwas verschoben worden, damit das Ergebnis deutlich wird.

Beispiel 1: Ein gelbes und ein rotes Oval überlappen teilweise mit einem blauen Quadrat.



Beispiel 2: Ein gelbes und ein rotes Oval überschneiden sich gegenseitig und überlappen mit einem blauen Quadrat.



Beispiel 3: Vier Rechtecke liegen gedreht übereinander.


Verschweißen:
  • Beteiligte Flächen werden verschmolzen. Es entsteht eine Figur mit demselben Außenumriss (wie ein Schattenbild).
Subtrahieren:
  • Die vordere/n Form/en dient/dienen als "Ausstecher". Sie werden aus der hintersten ausgestanzt und verschwinden. Nur die hintere Form bleibt übrig.
  • Stanzformen müssen flächig sein, also entweder geschlossene Flächen oder offene Strecken mit einer Linienstärke > 0.
Alle subtrahieren:
  • Der/die "Ausstecher" bleibt/bleiben erhalten. Vordere Formen stanzen aus allen dahinterliegenden aus und müssen geschlossene Flächen sein.
Schnittmenge:
  • Nur der Bereich bleibt erhalten, in dem sich ALLE beteiligten Formen überlappen.
Teilen:
  • Die Gesamtfigur wird von jeder vorhandenen inneren Linie zerschnitten.
Abschneiden:
  • Alle Bereiche, in denen sich mindestens 2 Formen überlappen, bleiben erhalten. Entfernt wird nur, was sich mit nichts anderem überschneidet.
Verknüpften Pfad erstellen:
  • Aus allen Elementen entsteht ein einziges Objekt. Dabei werden überlappende Bereiche von 2 (4,6,...) Formen zu Löchern in der neuen Figur. (Überlappungen von 3/5/7... Elementen bleiben Bestandteil der verknüpften Figur.)
Verknüpften Pfad lösen:
  • In der verknüpften Figur enthaltene einzelne Pfade/Formen werden wieder zu eigenständigen Objekten. Löcher verschwinden und werden zu separaten Flächen.

Diese Erklärungen sind mit Hilfe der obigen Bildbeispiele hoffentlich nachvollziehbar.


"Linien abtrennen":
  • Aus einem Objekt mit Linien- und mit Füllfarbe werden zwei gemacht - eins nur mit der Füllung ohne Linienfarbe und ein ungefülltes nur mit Kontur.
  • Dicke Linien werden in Flächen umgewandelt.




Tipps fürs Ausprobieren


Am besten versteht ihr die Werkzeuge mit "Learning by Doing".

Tipps für eure Übungsobjekte:
  • Nehmt eine überschaubare Zahl von einfachen geschlossenen Formen wie Rechtecke und Kreise.
  • Füllt sie unbedingt mit Farbe, denn 1. ist der Vorher-Nachher-Unterschied manchmal nur so auf den ersten Blick erkennbar und 2. seht ihr so deutlich, welche Formen vorne und welche hinten liegen.

Hinweise zu den Werkzeugen:
  • Die meisten der Tools funktionieren nur mit Flächen / geschlossenen Pfaden.
  • Es müssen mind. 2 eigenständige Formen beteiligt sein (außer bei "Linien abtrennen").
  • Für alle 6 Werkzeuge im oberen Bereich des Fensters müssen sich die Objekte irgendwie überlappen.
  • Bei den beiden Subtrahieren-Optionen ist die Objektreihenfolge von Vorder- zu Hintergrund von Bedeutung.

Allgemeine Problemlösung:
Geschieht bei Anwendung eines Tools gar nichts oder das Falsche, dann liegt sicherlich eine der folgenden Ursachen zugrunde:
  • Nur ein Objekt war markiert. 
  • Die Teilobjekte waren nicht eigenständig (ein verknüpfter Pfad aus mehreren Elementen gilt als ein einzelnes Objekt).
  • Mindestens ein Objekt war keine geschlossene Fläche (Test: lässt sich nicht mit Farbe füllen).
  • Objekte haben sich nur berührt oder hatten Abstand zueinander.
  • Beim (alle) Subtrahieren waren die falschen Objekte im Vorder- bzw. im Hintergrund.

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In einem zweiten Beitrag zu diesem Thema möchte ich auf Ähnlichkeiten und Unterschiede einzelner Werkzeuge eingehen. Denn je nachdem, wie viele Objekte man verwendet und wie sie platziert sind, kann manchmal dasselbe Ergebnis herauskommen - was verwirrend sein kann. Angedacht sind auch konkrete Beispiele, wann man welches Werkzeug verwendet.

Habt ihr Fragen dazu? Stellt sie gern vorab, dann kann ich in der kommenden Anleitung darauf eingehen.

Übt's schäi fleißig!

1 Kommentar :

  1. Aaahhhh... dieser Moment, wenn einem ein Licht aufgeht! :D Toll erklärt, jetzt muss ich nicht mehr sinnlos rumprobieren! Vielen Dank!

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