Dienstag, 21. Juli 2015

Was eine gute Bastelleuchte mitbringen sollte

Zeichnung Schreibtischlampe
Auf der Suche nach einer Lampe für den Basteltisch? Ich hab das hinter mir und dabei einiges gelernt. Vor allem, dass man heutzutage ein halber Physiker sein sollte, um die richtige zu kaufen... :-s
Es haben sich einige Kriterien angesammelt, die eine Bastelleuchte meiner Meinung nach erfüllen sollte; manche davon leider erst nach dem Kauf. Wer gute Augen und wenige Ansprüche hat, wird mit etwas Einfachem und Billigem zufrieden sein. Wenn ihr aber Viel- und Langbastler seid und daher Qualität wollt oder braucht, aber noch nicht so genau wisst, worauf ihr achten solltet, könnten euch meine Tipps und Erfahrungen weiterhelfen. 

  • Verstellbarkeit: Mit verschiedenen Gelenken ausgestattet können Höhe, Position und Winkel des Lichteinfalls angepasst werden
  • Standfestigkeit: Ein schwerer Fuß oder angeschraubt an der Tischplatte verhindert ein Kippen, wenn der Lampenschirm in exreme Positionen gebracht wird
  • geringe Temperatur: Wenn man das Licht auch nah an den Augen und an der Arbeit braucht, sollte die Lampe nicht heiß werden, damit man nicht schwitzt oder sich wehtut.
  • mit Lupe: Wer mit Kleinstteilen oder an Details arbeitet und/oder keine guten Augen hat, kann sie gut brauchen. Wichtig dabei: Lichtquelle nah an der Lupe, am besten rundherum; Durchmesser der Linse mind. 10 cm, damit man mit beiden Augen durchsehen kann; Abdeckung vorteilhaft gegen Verschmutzung;  je höher der Vergrößerungsfaktor, umso breiter ist der Bereich vom Rand aus, durch den man nur verzerrt und unscharf sieht. 1,75-fache Vergrößerung reicht völlig aus.
  • gleichmäßige Beleuchtung: Unerwünschte Schatten können entstehen durch Lampenteile oder durch mehrere kleinere gerichtete Lichtquellen, die die Arbeitsfläche unterschiedlich erhellen. Leuchtstofflampen brauchen ein entsprechendes Vorschaltgerät, damit sie flimmerfrei und von Anfang an mit voller Kraft leuchten.
  • geeignete Lampenform: Ohne seitliche Abschirmung entsteht Streulicht, ein zu langer Lampenschirm verkleinert die beleuchtete Fläche. Form, Durchmesser und Leuchtmittel sollten einen Lichtkegel erzeugen, der eine größere Fläche gut ausleuchten kann. 
  • Blendfreiheit: Bei normaler Positionierung darf das Licht die Augen nicht blenden. Reflexionen an glänzenden Oberflächen auf dem Tisch sind aber auch lästig. Mattiertes Glas oder lichtdurchlässiger Blendschutz sorgen für Streuung und gleichmäßige Verteilung der Lichtstrahlen.
  • Helligkeit: Sie muss der anstrengenden Sehaufgabe entsprechen. Pauschale Richtwerte (in Lumen) kann man hier nicht angeben, weil die Abstrahlcharakteristik der Lampe mit einbezogen werden muss. Eine "alte" Glühbirne mit 100 W bringt etwa 1400 Lumen, 120 Candela und in 0,5 m Entfernung vom Tisch 240 Lux.
  • Lichtfarbe: Hier gibt es die Kategorien warmweiß (< 3300 K), neutralweiß und tageslichtweiß (> 5300 K) sowie individuelle Bezeichnungen einzelner Hersteller. Eher gelbweißes Licht empfinden wir als gemütlich, der Eindruck von kühlem Licht soll anregend wirken und ermüdet die Augen weniger. Was euch lieber ist, müsst ihr selbst entscheiden.  
  • korrekte Farbwiedergabe: Die Angabe der Lichtfarbe oder der genauen Farbtemperatur in Kelvin sind völlig unbrauchbar! Wichtig ist der Farbwiedergabeindex Ra oder CRI. Der Maximalwert von 100 wird nur von Lichtquellen erzeugt, die auch Wärme abstrahlen (Sonne, Glühlampe). Sehr gut und mit Stufe 1A bezeichnet sind Werte über 90, Stufe 1B von 80 - 89 gilt als gut (verfälscht aber schon etwas). Niedriger sollte der Ra keinesfalls sein. Findet man nur eine dreistellige Zahl als Farbbezeichnung, z.B. 827 oder 965, so gibt die erste Ziffer den Zehnerbereich des Ra wieder. Leider ist dieser Index oft gar nicht angegeben.
  • passende Bauart: Dem Einsatzort und den eigenen Bedürfnissen entsprechend sollte man auf Kriterien wie Kabellänge, Schalterart und -position achten. Ebenso, ob und wo die Leuchte aufgestellt, festgeklemmt oder angeschraubt werden kann. Die Lampe muss austauschbar und Ersatz erschwinglich sowie leicht erhältlich sein.
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Für wenig Geld kann man auch nicht viel erwarten, bei sehr teuren Produkten bezahlt man aber auch oft nur wegen des Markennamens so viel. Vergleichen ist also das A und O. Die Angabe der relevanten technischen Daten ist meiner Erfahrung nach ein Zeichen für gute Lampen und Händler.

Ich habe mir übrigens eine Lupenleuchte zum Festschrauben angeschafft. Sie ist nicht von einem Lampenhersteller, sondern von einer Firma, deren Namen man im Zusammenhang mit Näh- und Handarbeitsbedarf kennt, und hat etwa 70 - 80 € gekostet. 
Bei der Wahl des Leuchtmittels kann ich nur raten, auf Helligkeit und gute Farbwiedergabe zu achten. Die Lampe, die ich gekauft habe, macht alle bunten Gegenstände ganz leicht blaustichig, das ist manchmal echt doof. In Zukunft wird ein sehr guter Ra-Index DAS ausschlaggebende Kritrium für mich sein.

Leider ist seit dem Aus für das gute alte Glühobst alles furchtbar kompliziert geworden. Verschiedenste Ausführungen von Leuchtstoff- und LED-Lampen, fremde technische Begriffe und falsche oder fehlende Herstellerangaben machen korrekte Vergleiche der verschiedenen Lampen schier unmöglich, wenn man sich nicht ausgiebig damit befasst.
Wenn Lumen, Lux, Candela und Kelvin böhmische Dörfer für euch sind bzw. das ganze Thema ein Buch mit sieben Siegeln, dann könnten weitere Artikel rund ums Licht, die ich gerade in Bearbeitung habe, hilfreich für euch sein. Also immer mal wieder reinschauen!

San Lumen, Candela und Kelvin net neimodische Naam? 
Aah naa, des woan ja Carmen, Angela und Kevin

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön für deine Nachricht :-)
Ich freu mich auch über E-Mails (papierpotpourri@outlook.de) und über Nachrichten auf der facebook-Seite https://www.facebook.com/papierpotpourri